Schreiner starten ins Berufsleben

44 junge Schreinerinnen und Schreiner haben ihre Gesellenprüfung bestanden. Bei der Lehrabschlussfeier in Wolfegg erhielten sie ihre Zeugnisse und Glückwünsche. Elf Absolventen wurden für besonders gute Leistungen ausgezeichnet.

WOLFEGG – Drei Jahre Ausbildung liegen hinter ihnen: Bei der Lehrabschlussfeier der Schreiner-Innung Ravensburg in der Zehntscheuer Gessenried im Bauernhaus-Museum Wolfegg feierten die Absolventinnen und Absolventen ihren erfolgreichen Abschluss. Eltern, Angehörige, Ausbilder und Lehrkräfte begleiteten die jungen Fachkräfte bei ihrem Schritt ins Berufsleben. Im Mittelpunkt standen die Übergabe der Gesellenprüfungszeugnisse und die Ehrung besonders leistungsstarker Nachwuchskräfte.

Für den neuen Obermeister Werner Mendel war die Feier eine Premiere im Amt. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Mathias Haas und Daniel Brutscher will er die Innung als Team führen. Zugleich würdigte Mendel die vielen Ehrenamtlichen, die an der Ausbildung und den Prüfungen beteiligt sind. „Mein tiefer Respekt für die Arbeit, für das Ehrenamt“, sagte er und dankte insbesondere den Prüfungsausschüssen.

Handwerk mit Zukunft

Mathias Haas, stellvertretender Obermeister, ermunterte die frischgebackenen Gesellen, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken. „Es ist schön zu sehen, dass euer Einsatz mit Erfolg belohnt wurde und ihr nun Teil der Schreinerfamilie seid“, sagte er. Ein Studium sei keineswegs der einzige Weg zu einem erfolgreichen Berufsleben. Kreativität, Talent und handwerkliches Geschick böten ebenfalls vielfältige Perspektiven.

Auch die zunehmende Digitalisierung ändere daran wenig. CNC-Technik, 3D-Konstruktionen und digitale Planung hätten den Beruf bereits verändert. Entscheidend bleibe jedoch der Mensch mit Erfahrung, Kreativität und Präzision. „Das ist nicht der Schlusspunkt, sondern der Anfang“, sagte Haas mit Blick auf den Gesellenbrief. Meisterschule, Weiterbildung, Studium oder später die Übernahme eines Betriebs seien mögliche nächste Schritte.

Drei Jahre gemeinsam gemeistert

Mang Schiele, Abteilungsleiter am Beruflichen Schulzentrum Wangen, erinnerte an den Ausbildungsweg, der für die meisten im September 2023 begonnen hatte. Zunächst wurden an der Berufsfachschule Grundlagen der Holzbearbeitung, Zeichnen und theoretische Kenntnisse vermittelt. Danach übernahmen die Ausbildungsbetriebe den Schwerpunkt der praktischen Ausbildung.

Schiele dankte Eltern, Angehörigen, Ausbildern und Lehrkräften für ihre Unterstützung. „Handwerkliche Fähigkeiten habt ihr nun alle erlernt“, sagte er. Nun komme es darauf an, auch persönlich den richtigen Platz im Berufsleben zu finden. Prüfungsvorsitzender Peter Rösch hob ebenfalls das Miteinander hervor: „Drei Jahre Lernen sind vorbei und die Prüfung wurde abgelegt. Das ist meiner Meinung nach ein guter Grund zu feiern.“

Alle bestehen die Prüfung

Anton Frei, Prüfungsvorsitzender aus Wangen, konnte eine erfreuliche Bilanz präsentieren: Alle 44 Teilnehmer bestanden die Gesellenprüfung. 28 kamen aus Ravensburg, 16 aus Wangen. Der Gesamtdurchschnitt lag bei 2,4. Neben schriftlichen Prüfungen und einer Arbeitsprobe gehörten eine Maschinenprüfung und das Gesellenstück zum Prüfungsverfahren. Rund 40 Kollegen waren insgesamt etwa 700 Stunden mit der Prüfungsabnahme beschäftigt.

Für besonders überdurchschnittliche Leistungen wurden ausgezeichnet:

Mia Dorothea Straub (Martin Hahn, Berg), Aimée Le Cossec (Andreas Rädler, Amtzell), Jona Sattelberger (Lemmer GmbH & Co. KG, Aitrach), Philipp Lier (Hans-Peter Mack, Leutkirch im Allgäu), Angelus Brunold (Anton Frei, Kißlegg), Leonie Ernst (Martin Nägele, Weingarten), Theo Stehmer (Schreinerei Riedle, Leutkirch im Allgäu), Nico Gröber (Schönegg GmbH, Bad Wurzach), Julia Wiesner (Liebenau Berufsbildungswerk gGmbH, Ravensburg), Kerstin Schädler (Schreinerei Peter Müller, Aulendorf) und Levin Kempter (Mathias Haas, Wangen im Allgäu).

Zum Abschluss erhielten alle Prüflinge noch ein kleines Exemplar der Espe, die als „Baum des Jahres“ vorgestellt wurde. Nach drei Jahren Ausbildung und bestandener Prüfung beginnt damit für die jungen Schreinerinnen und Schreiner ein neuer Abschnitt – mit zahlreichen Möglichkeiten zur weiteren Qualifikation und beruflichen Entwicklung.

Bericht: Stephan Augat

Ausgezeichnete Leistungen: Die Preisträgerinnen und Preisträger der Schreiner-Innung Ravensburg mit den Mitgliedern des Innungsvorstands bei der Lehrabschlussfeier in Wolfegg.